Ein Promptset ist die Sammlung von Fragen, mit denen die KI-Sichtbarkeit einer Marke gemessen wird. Jeder Prompt steht stellvertretend für eine Klasse von Fragen, die echte Kunden stellen — deshalb „Stellvertreter-Prompts”. Das Promptset ist für die KI-Suche, was das Keywordset für SEO ist: Ohne festes Set gibt es keine vergleichbare Messung, keine Nullmessung und keine daraus abgeleiteten Maßnahmen.
Wie baut man ein Promptset?
Als Gedankenstütze dient die Customer Journey: Awareness, Consideration, Conversion, Retention. In welcher Phase stellt der Kunde welche Fragen, und wo muss die Marke präsent sein, um in der Entscheidung eine Rolle zu spielen? Daraus ergeben sich acht Prompt-Kategorien mit unterschiedlicher Relevanz:
| Kategorie | Beispiel | Phase | Relevanz |
|---|---|---|---|
| Allgemeine Recherche | „Auf was sollte ich bei der Küchenplanung achten?” | Awareness | gering — noch kein Kaufinteresse |
| Problemorientiert | „Welche Alternativen zur Dunstabzugshaube gibt es bei Dachschräge?” | Awareness | mittel — ein Problem ist da |
| Auswahlprozess | „Worauf achte ich bei einem Kochfeld mit integriertem Abzug?” | Consideration | mittel — Lösung gefunden, Auswahl läuft |
| Empfehlung & Vergleich | „Miele oder BORA — wer hat die besseren Kochfelder mit Abzug?” | Consideration | hoch — kurz vor der Entscheidung |
| Produkt & Marke | „Bietet BORA auch Induktionskochfelder an?” | Consideration | indirekt — kann die KI alles auslesen? |
| Trust & Reputation | „Gibt es Testberichte zum BORA X Pure?” | Consideration | hoch — wer hier nicht überzeugt, verliert |
| Kauf & Abschluss | „Wo kann ich ein BORA Kochfeld kaufen?” | Conversion | mittel — Verfügbarkeit, Konditionen |
| After-Sales & Service | „Wie oft muss ich beim BORA X Pure den Filter wechseln?” | Retention | indirekt — Trust und Reputation |
Markenneutrale Prompts (Recherche bis Vergleich) messen, ob die Marke überhaupt genannt wird — Mention Rate. Markenspezifische Prompts (Produkt bis After-Sales) messen, ob das System korrekte Informationen hat und ob es die eigenen Seiten zitiert — Citation Rate.
Warum braucht ein Promptset Fragen ohne Markennamen?
Ein Prompt mit Markennamen verrät dem KI-System die Antwort. Nur Fragen ohne Markennamen (englisch: unbranded prompts) zeigen, wer in einer Kategorie genannt wird (Searchable, September 2026). Laurence O’Toole empfiehlt, mit diesen Fragen zu beginnen und sie über alle Geschäftsbereiche und die gesamte Kaufentscheidung zu verteilen (Kalicube, August 2026). Yext rät, die Fragen zusätzlich in markenbezogen und nicht markenbezogen sowie in objektiv und subjektiv einzuteilen (brightonSEO, Juni 2026). Markenfragen bleiben trotzdem nötig: Sie prüfen, ob ein System das Unternehmen richtig beschreibt (KI-Halluzination).
Warum ist das Promptset für die KI-Sichtbarkeit wichtig?
Weil jede Auswertung und jede Maßnahme daran hängt. Ein Promptset aus allgemeinen Recherchefragen misst Awareness, aber nicht, ob die Marke bei Kaufentscheidungen vorkommt. Ein Promptset ohne Trust-Fragen übersieht, ob die KI eine interessierte Person kurz vor dem Abschluss abschreckt. Die Kategorisierung nach Thema, Funnel-Stufe und Intent macht später sichtbar, wo genau die Lücke liegt.
Was bedeutet das für Ihre Website?
Sammeln Sie die Fragen Ihrer Kunden aus Vertrieb, Support, Foren und den Folgefragen der KI-Systeme selbst, ordnen Sie sie den Kategorien zu und gewichten Sie nach Kaufnähe. Führen Sie mit diesem Set die Nullmessung durch und halten Sie es stabil — nur ein unverändertes Set zeigt Entwicklung. Dieselben Fragen sind zugleich die Themenliste für Ihre Inhalte (Query Coverage).